Worte sprechen Bände über Sie und Ihren Hund
von Paula Felps
Vom ersten Moment an, als ich Zoe, meinem Boston Terrier, begegnete, war es offensichtlich, dass wir eine besondere Art zu kommunizieren hatten. Sie war erst sieben Wochen alt, aber als sie mich mit ihren großen braunen Augen ansah, spürte ich, dass wir uns gegenseitig verstanden. Als wir dann gemeinsam die Welt erkundeten, bewies sie, dass sie wirklich genauso viel lernte wie ich, wobei zwei wichtige Wörter jede Konversation in Gang brachten: „Essen“ und „schlafen.“
Nach neun Jahren haben wir in unserer Beziehung ein ziemlich großes Vokabular angesammelt, zu dem auch besondere Wörter und Sätze gehören. Manche Wörter versetzen unsere Hunde in freudige Aufregung, wie „Gassi“, „Leckerli“ und „Auto fahren.“ Aber es gibt auch noch andere, unerwartete Ausdrücke, die zwischen zwei besten Freunden zu Kürzeln werden.
Im Fall von Zoe ist dieser Ausdruck “Fernsehzeit.” Mit Ausnahme von allen Wörtern, die mit Fressen zu tun haben, löst bei ihr nichts mehr Vorfreude aus als dieses Wort. Sie weiß, dass „Fernsehzeit“ bedeutet, dass sie sich die nächsten 90 Minuten oder so neben mir auf dem Sofa zusammenrollen und liegen darf. Zoes Reaktion auf diese drei Silben bringt uns beide zum Lächeln. Was Lieblingswörter und -ausdrücke angeht, ist Zoe allerdings nicht allein.
Camilla Steel aus Humberside und ihr 3-jähriger Border Collie Lucy haben ein ganzes Wörterbuch voller besonderer Ausdrücke erstellt.
Zum Beispiel rennt Lucy zu ihrem pinkfarbenen Ball und rollt ihn mit den Vorderbeinen vor sich her, wenn sie “Zirkushund” hört.
“Schon seit ich sie mit nach Hause genommen habe, spielt sie am liebsten mit Bällen, will sie aber nicht apportieren“, erklärt Steel. “Also rollt sie den Ball mit den Vorderbeinen herum und läuft rückwärts [wie ein Zirkusartist]. Deshalb muss ich nur noch dieses Wort sagen und sie läuft zu ihrem Ball und fängt an zu spielen.”
Ein weiteres Lieblingswort von Lucy ist “Pferdchen.” Wenn sie das Wort hört, stellt sie sich auf die Hinterbeine und streckt die Vorderpfoten wie ein Wildpferd in die Luft. Dann hüpft sie auf den Hinterbeinen herum, um noch mehr Wirkung zu erzielen.
“Sie hat damit angefangen und ich fragte sie, ob sie ‘Pferdchen’ spielen würde – und das ist hängen geblieben!” erklärt Steel. “Das macht sie total gern! Dabei spielt sie regelrecht verrückt und man merkt, dass es ihr großen Spaß macht. Das ist lustig, weil wir so viele Wörter haben, die nur uns etwas bedeuten; so fühlen wir uns noch mehr verbunden.”
Oft ist es so, dass Sie und Ihr vierbeiniger Freund ihre Lieblingswörter beim Spielen entdecken. Diese Ausdrücke werden dann zu Kommunikationsschätzen zwischen Ihnen beiden.