Einen teuren Schuh zu zerkauen ist die Art Ihres Welpen, ‚ich liebe dich‘ zu sagen!
Von Nancy Nichols
Vor 20 Jahren lernte ich eine Lektion über Welpen auf die harte Art. Ich war frisch verheiratet und mein Mann und ich wollten unbedingt eine Hundefamilie. Deshalb hatten wir einen 3 Monate alten Labrador-Retriever-Welpen adoptiert. Louie, wie wir ihn nannten, war der gutmütigste Welpe des ganzen Wurfs. Während die anderen schwarzen Wollknäuel herumhüpften und knabberten und unsere Aufmerksamkeit erheischten, lag Louie schlafend auf dem Rücken. Sein hübscher rosafarbener Bauch hob und senkte sich im Schlaf und seine noch rosafarbenere Zunge hing ihm seitlich aus dem Maul.
Obwohl Labradors von Natur aus ein soziales Wesen haben, die viel Auslauf und Aufmerksamkeit brauchen, schien Louie ganz entspannt. Aufgrund seiner anfänglichen Lässigkeit schätzen wir ihn als den sanften Typ ein. Wir räumten ihm im Hauswirtschaftsraum einen Platz frei, bauten ihm ein schönes Bett, wickelten ihm eine alte Uhr in ein Kissen ein, um den Herzschlag seiner Hundemutter zu simulieren, und gaben ihm eine Schüssel Wasser. Aber was wir dabei vergaßen, musste ich teuer bezahlen.
Louie, LOUIE!
Eines Montagnachmittags machte ich die Haustür auf und fand Louie mit wedelndem Schwanz und vor Aufregung wackelndem Kopf vor. Die vorhin erwähnte rosafarbene Zunge in seinem Maul war durch einen hellroten Schuh getarnt. Ich schrie aus voller Kehle, was meinen Hund derart erschreckte, dass er den Schuh fallen ließ und zur Hintertür rannte.
Ein paar Monate später waren mein Mann und ich gerade von einer Reise zurückgekommen, auf der ich 10 Paar meiner Lieblingsschuhe in verschiedenen Farben gekauft hatte. Wir gewöhnten uns wieder an unseren Alltag und Louie freute sich riesig, uns zu sehen. Wir verbrachten den größten Teil des Tages damit, unsere Bindungen aufzufrischen. Am nächsten Morgen schmuggelte ich meine neuen Schuhe durch die Hintertür ins Haus und packte meine Koffer aus, während Louie ein Nickerchen machte. Ich reihte die Schuhe an meiner Schrankwand auf, ein echter Imelda-Marcos-Moment.
Eine Stunde später fiel mir auf, dass ich Louie schon länger nicht gehört hatte. Ich ging zum Schlafzimmer. Ja, Sie haben richtig geraten. Da war er, in seinem ganz persönlichen Schuh-Himmel – und tat sich an einem pinkfarbenen gütlich und dann an einem schwarzen. Der Schaden? Er hatte einen Schuh in jeder Farbe angeknabbert!
Schuhe werden zerkaut
Dank dem Ratschlag meines Tierarztes und einem Hundetrainer lernte ich, wie ich einem Welpen erfolgreich beibringe, dass er keine Haushaltsgegenstände mehr zerkaut. Der Schlüssel zum Verständnis eines Welpens ist die Erkenntnis, dass Kauen oder Zahnen etwas Natürliches ist: Kinder und Hunde benutzen ihren Mund nicht nur, um die Wachstumsschmerzen zu lindern, sondern auch, weil sie sich beschäftigen wollen.
Ich merkte, dass Louie die von mir „genehmigten“ Kauspielzeuge sehr gern annahm – besonders, nachdem ich sie in meinen Händen gerieben hatte, damit sie meinen Duft erhielten. Wenn er ins Zimmer kam und an meinem Schuh schnüffelte, zog ich eins seiner Spielsachen hervor, die ich in einem Korb aufbewahrte. Immer wenn ich auf Reisen ging, brachte ich ihm ein Stofftier mit. Bald hatte er eine so große Sammlung, dass wir den Tierchen Namen gaben und ein „Bring mir deine Eule, oder deinen Elch“-Spiel erfanden. Er liebte die Herausforderung, das richtige Spielzeug zu finden und es mir zu bringen, und ich genoss die schöne gemeinsame Zeit mit ihm.
Mit ein bisschen Schulung und viel Geduld lernte ich, dass man, wenn man Welpen Kauspielzeug gibt, das lange hält, und sie darin positiv bestärkt, unbewachte Schuhe und einen glücklichen Welpen im gleichen Haus haben kann.